Ratgeber

Polling Rate: was 1.000 Hz reicht und was 8.000 Hz bringen

8.000 Hz klingt achtmal besser als 1.000 Hz. Der tatsächliche Unterschied liegt unter einer Millisekunde.

Die Abfragerate — englisch Polling Rate, angegeben in Hertz — beschreibt, wie oft der Rechner pro Sekunde bei der Tastatur nachfragt, ob sich etwas geändert hat.

Bei 1.000 Hz passiert das 1.000 Mal pro Sekunde, also alle 1,0 Millisekunden. Bei 8.000 Hz alle 0,125 Millisekunden.

Wo der Unterschied tatsächlich liegt

Wenn du eine Taste drückst, wartet die Eingabe im Schnitt eine halbe Abfrageperiode, bis sie gemeldet wird.

  • Bei 1.000 Hz sind das durchschnittlich 0,5 ms, im schlechtesten Fall 1,0 ms.
  • Bei 8.000 Hz sind es durchschnittlich 0,06 ms, im schlechtesten Fall 0,125 ms.

Der Gewinn beträgt also im Mittel etwa 0,44 Millisekunden. Zum Vergleich: ein Bild bei 144 Hz Bildwiederholrate steht 6,9 Millisekunden auf dem Schirm. Die menschliche Reaktionszeit auf ein visuelles Signal liegt bei 200 bis 250 Millisekunden.

Der Sprung, der wirklich zählte, war der von 125 Hz — dem alten USB-Standard, 8 ms — auf 1.000 Hz. Das waren 7 Millisekunden und spürbar. Alles danach ist Feinschliff.

Warum die Zahl trotzdem beworben wird

Weil sie leicht zu vergleichen ist. 8.000 klingt achtmal besser als 1.000, und in einer Tabellenzeile lässt sich das nicht relativieren. Genau deshalb steht in unseren Vergleichstabellen die Abfragerate ausdrücklich als Herstellerangabe und nicht als Messwert.

Was stattdessen wichtig ist

Gleichmäßigkeit. Eine Verbindung, die zuverlässig alle 1,0 ms meldet, ist besser als eine, die im Mittel 0,3 ms schafft und gelegentlich 5 ms braucht. Bei Funkverbindungen ist das der eigentliche Unterschied zwischen guten und schlechten Lösungen — mehr dazu im Ratgeber kabellos oder Kabel.

Der Auslösepunkt. Ob eine Taste nach 1,2 mm oder nach 2,0 mm auslöst, verschiebt den Zeitpunkt der Eingabe um deutlich mehr als eine Millisekunde, weil der Finger die Strecke physisch zurücklegen muss. Das ist der Hebel, der wirklich etwas bewegt — siehe Hall-Effect-Switches.

Die Bildwiederholrate. Ein Monitor mit 60 Hz kostet mehr Zeit als jede Tastatur einsparen kann.

Die Empfehlung

Achte darauf, dass eine Tastatur 1.000 Hz erreicht. Das tun praktisch alle Gaming-Tastaturen, auch die HyperX Alloy Origins Core für 66 Euro.

Zahle keinen Aufpreis nur für 4.000 oder 8.000 Hz. Wenn eine Tastatur wie die Corsair K70 MAX aus anderen Gründen die richtige ist, nimm die hohe Rate als Zugabe — aber lass sie nicht die Entscheidung treffen.

Häufige Fragen

Lohnt sich eine Tastatur mit 8.000 Hz?

Für die meisten Spieler nicht. Der Zeitgewinn gegenüber 1.000 Hz beträgt im Schnitt weniger als eine halbe Millisekunde und liegt damit weit unter der menschlichen Reaktionsschwelle. Wenn eine Tastatur mit 8.000 Hz aus anderen Gründen die richtige ist, ist die hohe Abfragerate ein Bonus — ein Kaufgrund für sich ist sie nicht.

Kostet eine hohe Abfragerate Leistung?

Ja, ein wenig. Achtmal häufigere Abfragen bedeuten mehr USB-Interrupts und damit etwas mehr CPU-Last. Auf einem aktuellen Rechner ist das irrelevant; auf einem älteren System mit knapper CPU kann 8.000 Hz mehr kosten als bringen.

Haben kabellose Tastaturen eine niedrigere Abfragerate?

Meist ja. Gute Funklösungen erreichen 1.000 Hz, was dem Kabelstandard entspricht. Höhere Raten sind im Funkbetrieb selten, weil sie den Akku belasten. Wichtiger ist bei Funk ohnehin die Konstanz und nicht der Spitzenwert.

Tastaturen, an denen sich das zeigt

Modelle aus unseren Tests, bei denen dieses Thema den Unterschied macht.

Corsair K70 MAX RGB Magnetic-Mechanical in der Draufsicht, Full-Size-Layout, deutsche QWERTZ-Belegung, beleuchtete Tasten, mit Handballenauflage
Testsieger
9,0ÜberragendRedaktionelle Gesamtwertung 9,0 von 10 — Überragend

Die K70 MAX ist die technisch flexibelste Tastatur in diesem Vergleich: der Auslösepunkt lässt sich pro Taste zwischen 0,4 und 3,6 mm einstellen, die Abfragerate liegt bei 8.000 Hz. Der Preis und die schwergewichtige iCUE-Software sind der Gegenwert dafür.

  • Hall-Effect (magnetisch)
  • 100%
  • Kabel
  • 100–180 €
Geeignet fürSpieler, die den Auslösepunkt selbst festlegen wollen
BewertetBewertung auf Basis dokumentierter Herstellerangaben, technischer Datenblätter und der Marktlage — ohne eigenen Hands-on-Test. Es werden keine eigenen Messwerte ausgewiesen.
HyperX Alloy Origins Core TKL Mechanische Gaming-Tastatur in der Draufsicht, TKL-Layout ohne Nummernblock, deutsche QWERTZ-Belegung, beleuchtete Tasten
Esport-Empfehlung
8,6Sehr gutRedaktionelle Gesamtwertung 8,6 von 10 — Sehr gut

Ein Vollaluminium-Gehäuse, lineare Switches und sonst nichts: die Alloy Origins Core lässt alles weg, was beim Spielen nicht hilft, und ist deshalb für unter 70 Euro schwer zu schlagen.

  • Mechanisch
  • TKL
  • Kabel
  • 50–100 €
Geeignet fürKompetitive Shooter mit knappem Budget
BewertetBewertung auf Basis dokumentierter Herstellerangaben, technischer Datenblätter und der Marktlage — ohne eigenen Hands-on-Test. Es werden keine eigenen Messwerte ausgewiesen.
Logitech G515 Lightspeed TKL Kabellose Gaming-Tastatur in der Draufsicht, TKL-Layout ohne Nummernblock, deutsche QWERTZ-Belegung, beleuchtete Tasten
Beste Kompakte
8,5Sehr gutRedaktionelle Gesamtwertung 8,5 von 10 — Sehr gut

Flach, kabellos und mit 22 mm Bauhöhe die platzsparendste Tastatur im Vergleich. Die Lightspeed-Verbindung ist die zuverlässigste hier — dafür sind die Low-Profile-Switches Geschmackssache und nicht tauschbar.

  • Mechanisch
  • TKL
  • Tri-Mode
  • 50–100 €
Geeignet fürKleine Schreibtische und aufgeräumte Setups
BewertetBewertung auf Basis dokumentierter Herstellerangaben, technischer Datenblätter und der Marktlage — ohne eigenen Hands-on-Test. Es werden keine eigenen Messwerte ausgewiesen.

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